ViennaOpen 2015
Pleasure Maximum

Festival für Open Design und eine offene Stadt

Das vierte ViennaOpen Festival legt seinen Schwerpunkt auf Open Data, Open Design & Architektur, aber auch auf Otto Neurath und eine visuelle Politik für Smart Citizens. Wie schon Otto Neurath ist auch das heurige Festival auf der Suche nach dem „Pleasure Maximum“ und verhandelt aktuelle Projekte und Kollaborationen aus dem Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft und dem Hacktivism sowie der neuen kritischen Theorie. Dabei versucht ViennaOpen eine offene Stadt für alle und damit verbunden das Smart Citizen Lab als Labor und experimentelle Versuchsanordnung für interessierte BürgerInnen zu etablieren.

 

Pleasure Maximum und Open Data

Als Volkswirt versuchte Otto Neurath schon vor 100 Jahren, das Pleasure Maximum bzw. das Lustmaximum, heute unter dem Begriff Nutzenmaximum bekannt, zu beschreiben und so den Nutzen oder das Glück jedes Einzelnen zu messen. Für Neurath war die Frage des Glücks nicht nur durch maximalen Konsum, sondern durch Teilhabe und Selbstverantwortlichkeit, aber auch durch Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen gekennzeichnet. Das Ziel Neuraths war es, mithilfe einer einfachen Bildsprache komplizierte Zusammenhänge zu erklären. Neurath wollte dadurch mündige BürgerInnen und ArbeiterInnen erziehen, die aus freien Stücken und mit genügend Wissen am politischen Leben teilnehmen können. Diese Initiative von vor bald 100 Jahren kann getrost als erster Großversuch der Open-Data-Bewegung verstanden werden. Otto Neurath hat mit seiner statistischen Bildsprache (ISOTYPE) einen Meilenstein in der Wissensvermittlung und der Volksbildung gesetzt. ViennaOpen versucht die einzelnen Aspekte von Otto Neuraths Schaffen im 21. Jahrhundert neu zu interpretieren und weiterzuentwickeln.

Open Data und Smart Citizen

Wissensvermittlung und Visualisierung von komplexen Zusammenhängen sind ein großes Anliegen der Open-Data-Bewegung. Wie bei Otto Neurath und seinem austromarxistischen Programm spielen daher die Volksbildung oder neusprachlich das „Empowerment“ und die Beteiligung breiter Bevölkerungsschichten an Entscheidungsprozessen eine große Rolle. 

Heute gelten die gleichen Anforderungen an Stadt und Politik wie zu Zeiten Otto Neuraths. Bürger können und sollen bei politischen Entscheidungsprozessen mitbestimmen. Durch Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen können mehr Menschen als bisher einbezogen werden und partizipativ ihrer eigene Stadt mitgestalten. Volksbildung oder Wissen über komplexe Zusammenhänge zu vermitteln ist nach wie vor relevant und ein wichtiger Teil einer Smart-City-Strategie. Die Smart City darf kein technologisches und kaltes Utopia zum Ziel haben, sondern sie soll eine lebendige Stadt mit partizipativen und smarten BürgerInnen – den Smart Citizens – sein. Im Rahmen von ViennaOpen werden Werkzeuge und Methoden der Datenerhebung und Analyse selbst gebaut und entwickelt, um die Stadt selbst mitgestalten zu können.

 Smart Citizen Open Design & Architecture

Daher wird im Rahmen des ViennaOpen Festivals das Vienna Smart Citizen Lab (VSCL) eröffnet. Damit wollen wir uns selbst und Interessierte zu Experten ausbilden und mittels DIY und günstigen Sensortechniken an einer Smart City mitarbeiten. Explorativ werden neue Ansätze offener Gestaltungsprinzipien wie Open Design und der offenen Architektur sowie einer partizipativen Stadtentwicklung ausprobiert, präsentiert und verhandelt.

Im Rahmen des Festivals werden neue Formen der Social Distribution von Produkten und kollaborativer Zusammenarbeit vorgestellt. Partizipatives Design und disruptive Innovationen sind ständige Begleiter des ViennaOpen Festivals und werden auch heuer im Mittelpunkt des Programms stehen. So werden Beispiele aus Design, Architektur und der Maker-Bewegung präsentiert und verhandelt. In Lectures und Workshops sind alle interessierten BürgerInnen eingeladen, mitzumachen, mitzugestalten und mitzudiskutieren, um gemeinsam Smart Citizens zu werden.

Open Design Pleasure Maximum

Offene Gestaltungsprozesse haben nicht nur im Design eine wichtige Funktion, sondern auch durch Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen, Open Government und engagierte BürgerInnen sind partizipative Prozesse in der Stadtentwicklung notwendig geworden und werden durch Open Data unterstützt. Die Fragen, denen ViennaOpen im Smart Citizen Lab nachgehen möchte, sind: Welche neuen Instrumente und Methoden der partizipativen Bürgerbeteiligung sollen entwickelt werden, und wie schaut eine Selbstermächtigung durch offene Daten von BürgerInnen aus?

 Die aktuelle Smart-City-Strategie der Stadt Wien ist sicherlich ein Meilenstein für Wien und legt die Rahmenstrategie und Entwicklungen bis 2050 fest. Ansätze und Methoden des Self Empowerments werden im Rahmen des ViennaOpen Festivals beleuchtet und mit dem Ansatz der Citizen Sciences einer BürgerInnen-Wissenschaft verbunden. Das ViennaOpen Festival 2015 ist auf der Suche nach dem Glück – dem Pleasure Maximum für alle!

 

ViennaOpen Festival 2015 Termine

Part 1: Eröffnung und Ausblick

9. und 10. April Schwerpunkt: Open Data und Smart Citizen

Part 2: Eröffnung des Urban Citizen Lab

18., 19. und 20. Juni Schwerpunkt: Smart Citizen Lab

Summer School of Data

Juli, August 2015 Schwerpunkt: Daten sammeln, analysieren, auswerten

Part 3: Ausstellung und Abschluss ViennaOpen 2015

3 – 6. September Schwerpunkt Open Design & Architektur

 

 Smart City Smart Citizen

ViennaOpen versucht im Jahr 2015, alle drei Ansätze von Otto Neurath zu verbinden. Open Data – Empowerment – Smart Citizen: Das sind die drei zentralen Begriffe, die Otto Neurath im 21. Jahrhundert lebendig erscheinen lassen und die ViennaOpen durch Vorträge, Projekte, Workshops und eine Ausstellung sichtbar macht.

Alle Aktivitäten von ViennaOpen folgen den drei Prinzipien:

A) Initiativen vernetzen: Die erfolgreiche Strategie des Jahres 2014, die verschiedenen Initiativen, Player und Projekte an einem Ort zu versammeln, um gemeinsame Strategien und Konzepte zu erarbeiten, wird im Jahr 2015 fortgesetzt. Ziel ist es, die Vernetzung der Maker-Szene zu vertiefen und neue Impulse für die Smart City zu finden. Durch die Auseinandersetzung mit Open Data wird versucht, eine gemeinsame Schnittstelle mit Politik und Verwaltung zu finden.

B) Projekte initiieren: Durch die zahlreichen Kontakte und die große Besucherzahl versucht ViennaOpen auch neue Projekte anzustoßen und z.B. die Projekte CitySDK und SmartCitizen.me nach Wien zu bringen und dafür Projektträger/Interessierte zu finden.

C) Prozesse zeigen: Durch Open Data und die Digitalisierung von gesellschaftlichen Prozessen, etwa bei Bürgerservices und anderem, wird es wichtig, Teilhabeprozesse zu gestalten und Partizipationsmechanismen aufzuzeigen. Wie politische Entscheidungen getroffen werden und wie politische Prozesse funktionieren, sollte transparent und nachvollziehbar dokumentiert werden. Open Data ist für Politik und Verwaltung daher ein wichtiges Instrument der Kommunikation und zur Entwicklung von neuen digitalen Dienstleistungen. Verbunden mit den Ansätzen von Otto Neurath und seiner ISOTYPE bzw. seiner volksbildnerischen Methodik können Prozesse transparent und teilhabend gestaltet werden.

 

VIennaOpen15 Presseinfo

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